Mittwoch, 2. November 2016
Liebe Feministinnen, was ist mit Euch los?!
Ich weiß: Es ist nicht leicht, im 21. Jahrhundert Feministin zu sein, besonders in Deutschland.

Der Minirock stört niemanden mehr, Vergewaltigung in der Ehe ist strafbar, Frauen können sich scheiden lassen, wählen gehen, arbeiten, Kinder bekommen, sich die Brüste vergrößern oder verkleinern lassen, sich oben ohne sonnen, eine Kirche leiten oder Bundeskanzlerin werden. Weit und breit keine richtige Diskrminierung.

Das lässt Euch, den heutigen Kämpferinnen um Frauenrechte, zugegebenermaßen wenig Entfaltungsmöglichkeiten.

Oder etwa doch?

  • Über 3000 Mädchen werden jährlich in Deutschland zwangsverheiratet, bei einer wahrscheinlich deutlich höher liegenden Dunkelziffer. Nahezu alle sind muslimischen Glaubens.

  • Jeder dritte Araber in Neukölln hat mehr als eine Frau.

  • Frauen türkischer Herkunft sind etwa doppelt so häufig (fast jede dritte!) von Gewalt durch den aktuellen Partner betroffen wie Frauen deutscher Herkunft.

  • Muslimische Mädchen begehen doppelt so häufig Selbstmord wie ihre deutschstämmigen Altersgenossinen.


  • Man könnte also meinen, es gibt noch was zu tun!


    Und was macht ihr, liebe selbst ernannte Feministinnen?

    Ihr beschäftigt Euch immer noch mit dem ewigen Feind: dem alten weißen Mann. Mit den Herrenwitzen, die verboten gehören. Mit sexistischer Werbung, von der ich meinte, sie sei sowieso längst verschwunden. Ihr solidarisiert Euch mit einem TV-Sternchen, dessen Prozess ein Hohn für alle echten Vergewaltigungsopfer war. Und als Tausend Männer aus muslimischen Ländern in einer beispiellosen, direkt aus den Großstädten Nahen Ostens importierten Gewaltorgie Hunderte Frauen begrapschen, seid ihr die ersten, uns daran zu erinnern, dass deutsche Männer auch nicht ganz unschuldig sind, und besonders nicht zum Oktoberfest, und natürlich muss jede sexuelle Gewalt #ausnahmslos bekämpft werden!

    Ich muss es einfach mal direkt fragen... Seid ihr komplett verrückt geworden? Habt ihr Euch so intensiv mit der strukturellen Gewalt durch ein vergessenes Binnen-I beschäftigt, dass ihr nicht mehr seht, wenn Frauenrechte wirklich in Gefahr sind und Euch brauchen?

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    es ist ganz einfach...
    die feministinnen sind so erschüttert, dass jemand eine frau "süsse maus" nennen konnte, dass alle kapazitäten erstmal dort eingebunden sind... sorry!!

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    Das stimmt! Was mich so stört, ist der große Aufschrei, wenn es um kleine Sachen geht, und kein Aufschrei bei wichtigen. Eine #ausnahmlos Kampagne kann man immer starten, dafür brauchen wir die Kölner Silvesternacht nicht. Das ist ein bisschen als ob es die Silvesternacht gar nicht gegeben hätte.

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    Vielleicht liegt es daran, dass die von Ihnen angesprochenen Ungeheuerlichkeiten in einer Parallelgesellschaft stattfinden, von der wir Westeuropäerinnen in unserem Alltag nichts mitbekommen.

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    wozu das feministen-bashing?
    90 Prozent von allem ist Müll. Das ist bei Science Fiction so, und bei Feministen wird es nicht anders sein. Bei Anti-Feministen, ja bei der gesamten menschlichen Spezies ebensowenig. Dass Themen wie Kinderehen (also institutioneller Kinder-Vergewaltigung), oder Vielehen, (also vom Imam abgesegnete Sklavenhaltung) zu wenig Beachtung finden bei den Gina-Lisa-Lohfink-Fans, Sprachpolizisten und neurotischen alte-weiße-Männer-Hassern ist irgendwie beklagenswert aber irgendwie auch wieder verständlich. Wer sich an marginalem oder gänzlich unwichtigem Quatsch abarbeitet, dem sind eben seine persönlichen Vorlieben wichtiger als die Sache an sich, also die Gleichberechtigung unter den Geschlechtern. Es gibt auch andere Feministen, aber die sind halt nicht so lauft und bunt und bizarr und deshalb auch nicht so unterhaltsam und folglich auch in den Medien nicht so präsent. Die jetzt mit den Spinnern über einen Kamm zu scheren finde ich doch ziemlich unfair.

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    Ich mache da bei ihnen schön langsam eine Tendenz aus, nämlich dass Menschen muslimischen Glaubens, nicht unbedingt zu ihren besten Kumpels gehören. Also alles was sie schreiben folgt ja einem gewissen Zweck. Sie machen im Grunde Stimmung gegen Gläubige, deren demokratisches Recht es ist, a. ihre Religion hier frei auszuüben und b. rechtmäßig hier zu leben. Genaugenommen stellen sie Menschen muslimischen Glaubens c. unter Generalverdacht und d. an den medialen Pranger.

    Sie haben ja auch bei mir den Burka-Praxis-Test kommentiert, und mich im Grunde für ihre Belange verzweckt, einfach weil der Bericht ganz zufällig für sie die richtige Richtung oder Spin hatte.

    Das hier ist ja ihr Blog und es sei ihnen unbenommen zu schreiben was ihnen wichtig erscheint und ihnen beliebt etc. Aber einen Verdacht müssen sie sich dann schon aussetzen. Irgendwann wird aus berechtigter Kritik, vielleicht auch mit Hilfe von Statistiken, durch das andauernde wiederholen des einen Themas, eine gewisse Atmosphäre erzeugt. Und diesen Zustand nennt man dann Hetze. Fehlt dazu dann nur noch die Meute.

    Menschen aus einer Mehrheitsgesellschaft sollten mit ihrer, natürlich auch berechtigten Kritik an Minderheiten immer sparsam, oder gezielt umgehen finde ich. Steht nirgendwo geschrieben das sich Menschen muslimischen Glaubens bis zur Unkenntlichkeit assimilieren müssen. Deutschland ist eines der reichsten Länder der Welt, mit einer negativen Geburtenrate, der Zuwanderung nicht völlig ungelegen kommt.

    Vielleicht kann man dafür auch den Feminismus verantwortlich machen das Frauen "die Knechtschaft der Schwangerschaft" nur noch zu ihren Bedingungen ertragen wollen.

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    Hallo @Imperialist,

    Ja, das Thema bewegt mich schon seit Jahren. Wahrscheinlich liegt es daran, dass ich durch meinen Beruf immer wieder Einblicke in das innere Leben der Parallelgeschaften erhalte, die neben uns leben, ohne dass die meisten Menschen ihnen viel Beachtung schenken. Ich spreche bewusst von -gesellschaften, weil das Leben meiner afghanischen und türkischen Patientinnen manchmal zwar Ähnlichkeiten aufweist, aber sich in Kreisen abspielt, die miteinander keinen bis kaum Kontakt haben.

    Ich denke, dass es wenig Menschen gibt, die einen kleinen Einblick in diese Communities bekommen - sicherlich Sozialarbeiter, Hebammen, Jobcentermitarbeiter, Ehrenamtliche usw. Auch unter Ärzten gibt es viele, die es entweder nicht interessiert oder die damit wenig Berührungspunkte haben. Da ist natürlich ein Gynäkologe etwas näher dran als ein, sagen wir, Orthopäde. Noch vor 10-15 Jahren habe ich mir bei den Hausbesuchen und anderen Patientenkontakten nicht viel gedacht, bis ich irgendwann angefangen habe, mehr darüber zu denken, wie das Leben der Frauen aussieht, und ich wurde aufmerksamer, und habe angefangen mehr zu fragen; irgendwann fing die Arbeit in verschiedenen Projekten/Frauenhaushilfe an. Wissen Sie, dass es junge afghanische Mütter gibt, deren einziger Kontakt mit der deutschen Welt der Hebammenbesuch im Wochenbett ist? Sie kommen als "Importbräute" (darüber habe ich in einem Beitrag schon geschrieben) nach Deutschland, kümmern sich um den eigenen Haushalt, sowie um den der Schwiegereltern, arbeiten bis zum Umfallen, dürfen das Haus alleine nicht verlassen und ihre Position unterscheidet sich wenig von einer Haussklavin. Wissen Sie, dass es in jeder deutschen Großstadt eine kleine Klinik gibt, die Hymenalrekonstruktionen durchführt oder zumindest Ärzte vermittelt, die es pro bono machen, und die selbst nicht wissen, ob sie etwas böses oder gutes tun? Böses, weil sie dadurch die Macht der patriarchalischen Strukturen konservieren, und Gutes, weil sie vielleicht ein Mädchenleben dadurch retten. Wenn eine junge Frau ein Kind bekommt, und bei der Geburt von einer Zweitfrau ihres Mannes begleitet wird, bekommt es niemand mit - es sei denn man fragt behutsam, ohne gleich die Familie verurteilen oder gar irgendwo anzeigen zu wollen.

    Fakt ist, dass es eine große Gruppe von Mädchen und jungen Frauen mitten unter uns gibt, denen Freiheiten vorenthalten werden, die wir nicht mal als "Recht" wahrnehmen: mit Freunden ausgehen, ins Freibad gehen, einen Kumpel nach Hause mitnehmen, ein Date haben, entscheiden wen und wann sie heiraten. Und diese Mädchen haben, bis auf ein paar kluge Frauen wie Güner Balci und Seyran Ates, keine Lobby.

    Und ja, es macht mich sprachlos, aber es macht mich auch wütend, dass es so ist.

    Mit der Religion an sich hat es, denke ich, nichts zu tun. Wer die Bibel und den Koran gelesen hat, weiß, dass man aus beiden heiligen Büchern durchaus Interpretationen ableiten kann, die zu Gewalt und Unrecht führen könnten. Besonders im alten Testament steht, mit Verlaub, so viel Quatsch, dass man es nur im gesellschaftlichen Kontext von "damals" sehen kann - sonst wird man verrückt oder Atheist.

    Die Strukturen, die ich als ungerecht und rückschrittlich empfinde, sind patriarchalisch und orientieren sich an einem uns eher fremden Begriff der Ehre. Dazu gehört auch eine sehr strenge Sexualmoral, wobei das Strenge besonders, wenn nicht ausschliesslich, die Frauen betrifft, und ein Gehorsam gegenüber der älteren, dem Vater etc. Und diese Struktur hat sehr viel mit der heutigen Auslegung des Islam zu tun, davon bis ich überzeugt. Nicht zuletzt wird der Islam hinzugezogen, um gewisse Rechte durchzusetzen oder zu begründen, hier reicht ein Blick in die Länder, dessen Gesetze Scharia-basiert sind.

    Wenn es mich zur Islamkritikerin macht, bitte schön. Interessant ist dabei, dass meistens die Islamkritiker (und damit meine ich nicht die Pegida, sondern Frauen wie zwei oben erwähnten, Necla Kelek, Hirsi Ali, Serap Cileli etc.) deutlich mehr Zeit und Energie investieren, sich überhaupt mit diesem Thema auseinanderzusetzen, um die Situation der muslimischen Mädchen und Frauen zu verbessern, als diejenigen, die ihnen fast schon reflexartig Hetze vorwerfen.

    Zum Thema Minderheiten von Kritik verschonen: Ich lebte in verschiedenen Ländern, u.a. in einem, in dem diese Minderheit Mehrheit ist (Ägypten). Das ist schon sehr lange her, aber schon damals war das Leben in Kairo für mich als Frau sehr unangenehm, und von den Freundinnen von damals höre ich, dass sich die Situation in den letzten Jahren eher verschlechterte. Eine Kollegin, die mit einem Ägypter verheiratet ist, und vor kurzem in Kairo einige Wochen war, hat im Halbscherz erzählt, dass sie am liebsten eine Burka anziehen würde, um ganz aus der Öffentlichkeit zu verschwinden. Das kann ich nachvollziehen, denn das für einen Europäer unvorstellbare Ausmaß der sexuellen Belästigung, besonders im öffentlichen Verkehr, ist mir gut in Erinnerung geblieben. Möchte ich, dass diese Zustände nach Deutschland kommen? Nein. Macht mich das auch zur Hetzerin?

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    @ Aus-Sicht-Einer-Frau,

    Wenn das Hetze ist, dann weiss ich nicht, was Herr Buschkowsky macht :o)

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    Sehr verehrte Frau Frauenärztin im mittleren Alter!

    Ich hatte so einen schönen Text und jetzt habe ich den ganzen Krempel ungewollt gelöscht. Klang wirklich sehr intellektuell. Aber sie müssen bitte eines bedenken. Wir leben hier in einem Rechtsstaat. Wenn sie nur erzählen was die Menschen hier alles anstellen weil die Muslime sind, oder weil deren Bräuche und Sitten von zweifelhafter Herkunft sind, dann muss man sich auch Fragen, was davon wirklich ungesetzlich ist. Einiges ist vielleicht auch nur rückständig aber nicht ungesetzlich. Eine anatolische Braut hätten ja in Anatolien jetzt auch nicht im Werk der Simone de Beauvoir gelesen.

    Importbräute sind nicht ungesetzlich. Ich könnte mir auch eine Braut einfliegen lassen, vielleicht aus Thailand. Sie sich natürlich auch einen Mann. Vielleicht könnte ich auch eine Chinesin aus dem Massagesalon bei mir in der Bronx, gleich um die Ecke, um einen gewissen Betrag zur Heirat bewegen und aus ihrem Schicksal herauskaufen.

    Fakt ist auch das Nonnen hier gewisse Freiheiten vorenthalten werden. Wer sagt dass des immer eine freie Willensentscheidung war sich ganz Gott hinzugeben. Immerhin machen mir hier seit einiger Zeit Christentum. Aber noch gilt hier die Schulpflicht und Kindergartenpflicht und vielleicht kann man irgendwann eine Ausbildungspflicht erfinden oder gibt es die nicht schon? Das muss man strukturell angehen, verändern, anpassen.

    Sie haben ihre Freiheit auch durch gewisse strukturelle Veränderungen erlangt. Der weiße Mann musste da auch erst umgestimmt werden. Heute studieren in den westlichen Länder mehr Frauen als Männer. In Deutschland seit 2007. Warum manche ihr Studium abbrechen ist natürlich eine andere Frage.

    Der Kapitalismus kann sowieso nicht auf Frauen verzichten. Das kann nur Saudi Arabien und sogar die müssen jetzt Schulden machen und Staatsanleihen auflegen, weil diese Lebensart, Frauen aus dem öffentlichen Leben auszuschließen auf Dauer nicht zu finanzieren ist. Hier kann das also auch nur eine Minderheit von Frauen betreffen. Anders lässt sich die schwarze Null des Herrn Schäuble nicht erklären.

    Gewisse rückständige Praktiken muss man einfach ertragen. Stellen sie bitte auch immer die Frage des gesetzlichen Überbaus, und fragen sie nach, warum dieses und jenes Verhalten bei uns möglich ist. Eine Frau darf sich hier nun mal in der Freizeit in eine Burka kleiden. Minirock geht doch auch.
    Sie haben ja in ihrer Kritik in vielen Punkten recht, keinen Frage, aber wenn sie hier immer nur alle Verfehlungen von Muslimen aufzählen, die ja eine Minderheit hier sind, sorgt das für eine gewisse Stimmung und erweckt den Eindruck als ob die den Rechtsstaat den nackten Hintern zeigen. Machen die aber in der Regel nicht.

    Wie jetzt Zweitfrau. Es kann in Deutschland vor dem Gesetz keine Zweitfrauen geben. Wenn der deutsche Staat die Scharia als Nebengesetz akzeptiert, dann müssen sie mal fragen warum der Deutsche Staat das zulässt und seine Gesetze nicht exekutiert. Wenn Ladendiebstahl nicht mehr sanktioniert wird, sollten sie sich mal den Umsatz vom Aldi ansehen. Auf das möchte ich hinaus.

    "Fakt ist, dass es eine große Gruppe von Mädchen und jungen Frauen mitten unter uns gibt, denen Freiheiten vorenthalten werden, die wir nicht mal als "Recht" wahrnehmen". schreiben sie. Nee diese Frauen sind auf alle Frauen Deutschland umgerechnet eine kleine Gruppe, wahrscheinlich im Promille-Bereich. Außer sie leben in Neukölln. Dann entsteht natürlich ein anderer Eindruck. Sie heben gerne einiges aus den Kontext heraus und lassen das für sich stehen und wirken. Und so verschieben sich nach und nach die Relationen. Trotzdem machen sie Wirklichkeit. Das ist das entscheidende. Das ist es was ich konkret kritisiere. Sie sorgen für eine gewisse Stimmung.

    Sie gleiten da immer mal ab. Erwähnen Kairo. Ich habe geschrieben das Muslime in Deutschland eine Minderheit sind, und nicht das man sie verschonen soll, sondern die Kritik gezielt einsetzen. Aber wenn sie von Kairo schreiben ist das dann schon Streufeuer. Sie machen immer beides. Gezielte Kritik und dann vergrößern sie ihren Referenzrahmen beinahe ins unermessliche. Wenn jetzt alle jungen muslimischen Mädchen in der Burka in der Schule erscheinen würde, gibt es Handlungsbedarf. Aber bei drei Bronx-Frauen. Kannste nix machen. Oben ohne geht doch auch an der Donau, warum dann nicht verhüllt? Von welcher Güte die Freiheit ist lässt sich nun mal nicht feststellen. Weil dann ist das keine Freiheit mehr. Man muss auch mit den unangenehmen Seiten der Freiheit zu recht kommen.

    Und wir können nicht davon ausgehen das unser Gesellschaftsform auf die ganze Welt umgelegt werden kann. Das wirft man ja dem Westen auch vor. Manchmal auch zu recht. Die Menschenrechte sind nun mal auch nur eine westliche Erfindung. In China zählen die gar nix.

    Ich kenne einen Zahnarzt persönlich mit palästinensischen Wurzeln, der wurde auch verheiratet und ist jetzt wenig glücklich darüber. Der ist Österreicher. Niemand hier hat ihn gezwungen das zutun. Seine Frau, natürlich eingeflogen, sitzt jetzt hier nur so herum. Pech. Wenn die zu ihnen kommt als Patient können sie jetzt auch nicht die Polizei holen weil die scheiß isoliert und nur Hausfrau ist. Diese Frau hat jetzt mal ein recht unglückliches Leben vor sich. Beim Spazieren gehen, gehen die Frauen hinterher, wenn die Männer vorne gehen und sich unterhalten. Auch Pech. Sie können doch nicht eine Gleichberechtigungspolizei losschicken. Kann doch sein das es sie hier auch unterdrückte Männer gibt. Ich weiß von Tausenden männlichen Arbeitssklaven in Europa, die aber EU-Bürger sind.

    Noch eine Anmerkung. Bericht der Kinderrechtsorganisation Save the Children:Jedes Jahr heiraten weltweit 15 Millionen Minderjährige, in den allermeisten Fällen werden sie zur Hochzeit gezwungen. Insgesamt sind derzeit 700 Millionen Mädchen davon betroffen. Alle sieben Sekunden wird irgendwo auf der Welt ein Mädchen getraut, das jünger als 15 Jahre ist. In Ländern wie Afghanistan, Jemen, Somalia und Indien sind viele Kinder an ihrem eigenen Hochzeitstag erst zehn Jahre alt. Die UNO schätzt, dass bis 2050 1,2 Milliarden Mädchen unter 18 Jahren in Zwangsehen leben könnten.

    Wie stark sich Krieg auf frühe Eheschließungen auswirkt, zeigt der Konflikt in Syrien: 2015 hatte etwa ein Viertel der minderjährigen syrischen Flüchtlingsmädchen in Libanon und Syrien einen Ehemann.

    Das Land mit den allermeisten Kinderbräuten ist allerdings Indien: Dort müsse fast die Hälfte der Mädchen (47 Prozent) unter 18 Jahren heiraten.

    Aber Kinderheiraten in Österreich? Kann ich mir nur im äußersten Ausnahmefall vorstellen. Auch afghanische Männer hier mitten unter uns, werden das nicht leben können.

    Mit freundlichen Grüßen

    Der Schizophrenist.

    PS: Schizophrenie und Frauen läuft auch nicht so viel. Vielleicht wissen sie einen Ort abseits meines Blogs wo ich mich darüber beschweren kann. Ich hatte mir meine Freiheit auch etwas rosiger vorgestellt. Aber vielleicht könnten wir da eine Quote einführen.

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    Lieber Schizophrenist (oder doch Imperialist?),

    Um den Verlust des geschriebenen Textes kann ich mittrauern. Passiert mir immer wieder, bis ich mir verspreche, immer zu speichern, und dann passiert es trotzdem.

    Natürlich ist 95% von dem, was mich im diesem Kontext ärgert, nicht strafbar. Man kann weder die Mutter bestrafen, die ihrer Tochter Treffen mit der Clique verbietet, noch einen Mann, der der Meinung ist, dass eine Frau selbt schuld ist, wenn sie vergewaltigt wurde. Trotzdem wird es für die Frauen recht ungemütlich hier, wenn plötzlich alle so handeln!

    Ich glaube wir sehen die gleichen Probleme, aber Sie halten sie für irrelevant wegen der geringen Menge und ich halte sie für inakzeptabel häufig. Vielleicht liegt es an der unterschiedlichen Perspektive und die Wahrheit liegt dazwischen. Trotzdem würde ich gerne nochmal betonen, dass die Mädchen, von den ich spreche, keine winzig kleine Minderheit sind. Von "Promillebereich" zu sprechen ist entweder sehr optimistisch oder naiv. Sicherlich kann man aber so besser schlafen. Und ich lebe weder in Neukölln noch in Marxloh, sondern von den berüchtigten Ballungsgebieten weit entfernt. Und auch bei uns kann man sich das Jungfernhäutchen wiederherstellen lassen, bei nicht geringerer Nachfrage.

    Thema Zweitfrau: Natürlich kann man in Deutschland eine Zweitfrau haben! Es gibt zwei Möglichkeiten: 1. Man heiratet im Ausland beide Frauen (die Ehen werden hierzulande anerkannt, wenn sie im Herkunftsland rechtsmäßig geschlossen wurden; beide Frauen haben Unterhalts- und Rentenansprüche; dazu gab es auch ein paar spannende Urteile, weil die Witwen nicht so gerne die Rente untereinander teilen wollten) oder 2. man schliesst eine Ehe vor dem Standesamt und eine zweite vor dem Imam. Die Imam-Ehe hat zwar für uns keine rechtliche Relevanz, wird aber in der muslimischen Gesellschaft wie jede normale Ehe betrachtet und hat genau diesen Stellenwert. Da es keine Registrierungspflicht gibt, prüft der Imam auch nicht, ob der Mann bereits verheiratet ist. Ihn interessiert auch nicht wie alt die Ehepartner sind (warum sonst würde jetzt Justizminister Maas von Bußgeldern für Imame sprechen, die Kinderehen schliessen?) Einfacher wäre eine allgemeine Registrierungspflicht. Übrigens, die Kinder aus solchen Ehen sind meistens benachteiligt, weil sie nicht erben (der Vater wird nicht angegeben, damit die Mutter den Alleinerziehendenzuschlag erhält).

    Wenn die Vermischung von meiner Arbeit in Deutschland und Kairo zu verwirrend war - sorry. Beides hat dazu beigetragen, dass ich mich für diese Themen interessiere.

    Übrigens, die Verbesserung der Situation der Frauen in Saudiarabien ist im Wesentlichen auf den niedrigen Ölpreis zurückzuführen - plötzlich reicht es im Haushalt nicht aus, wenn nur der Mann arbeitet (https://www.washingtonpost.com/news/monkey-cage/wp/2016/06/27/heres-why-saudi-arabia-is-loosening-its-restrictions-on-women/)

    Gruss!

    Ps. Auch Depression und Frauen soll nicht so ein Renner sein. Manie kann man dafür für eine kurze Zeit durchaus empfehlen. Das nicht so ernst nehmen, bitte.

    Ps2. Witzige Beobachtung. Als ich "mittleren Alters" selbst auf der Startseite angegeben habe, fand ich es ok. Wenn mich plötzlich ein Mann so anspricht, bin ich ein bisschen perplex. Ah, Frauen! ;-)

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    Hallo @Prekarius!
    Gut zu wissen, dass jemand außer mir glaubt, dass es auch gute Feministen gibt :-)

    Meine Wahrnehmung in der letzten Zeit war leider so, dass es eine kleine Minderheit von sehr klugen, tollen Menschen gibt, die es mit dem Thema Gleichberechtigung wirklich ernst meinen und Ahnung haben (nicht nur Frauen, auch z.B. Ahmad Mansour würde ich dazu zählen), und die machen ihre Arbeit leise und wenig spektakulär. Klar gibt es ab und zu ein Interview oder einen Talkshowauftritt, aber ich wette dass weit weniger Menschen ein Buch von Balci/Ates/Mansour gelesen haben, als es im Gina-Lisa-Team gab... Allen voran die Familienministerin, übrigens. Und plötzlich war Frau Lohfink quasi das Gesicht der "Nein heisst nein"-Kampagne, was ihr (der Kampagne) nicht unbedingt Seriosität verleiht.

    Sobald aber jemand, wie z.B. Frau Schwarzer (mit der ich sonst nicht häufig einer Meinung bin) einen Zusammenhang zwischen der Sozialisierung/Herkunft und der Stellung der Frau herstellt, wird er/sie als Oberrassist abgestempelt. Ein paar fundierte Essays dazu gab es im Büchlein "Schock nach Köln" von A. Schwarzer, habe es mit Interesse gelesen.

    Gute Nacht!

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    Bitte entschuldigen sie das ich sie als Frau in den mittleren Jahren angesprochen habe. Aber für ihren Kunstgriff kann ich nix. Wenn sie als Frau Frauenärztin angesprochen werden, weil sie das so hingeschrieben haben, sagen sie doch auch nicht sie sind perplex, wenn ein Mann das dann macht;-)

    Nicht das unsere Diskurs sich im Uferlosen verliert. Sie schreiben:....noch einen Mann, der der Meinung ist, dass eine Frau selbst schuld ist, wenn sie vergewaltigt wurde",

    Schauen sie, ich kann sie nur bitten, das sie nicht alles auf einen Punkt zu spitzen, ohne Kontext, einfach so weil es ihnen in den Sinnkram und zum Überzeichen ihrer Agenda passt. So ist an einem konstruktiven Diskurs ja irgendwann nicht mehr zu denken, wenn sie alles Übel der Welt in ihr Blog laden und damit dann jede Kritik im Keim ersticken. Ich habe über Muslime geschrieben und sie sind jetzt allgemein bei Männer die vergewaltigen und von nix wissen wollen. Das ist wieder ihre Sprachtechnik die einfach von A zu U recht nahtlos übergeht. Das machen sie halt andauernd. Und so haben sie ja auch immer recht. Ist sehr schwer dann vernünftig zu argumentieren. Ich habe im Übrigen noch nie eine Frau vergewaltigt. Aber beweisen kann ich es natürlich nicht.

    Ich müsste mich jetzt ins Deutsche Ehe-Recht einlesen. Kinderehe ist in Indien auch rechtmäßig und hier nicht. das kann man doch gesetzlich regeln, ich bitte sie. Imam-Ehe gibt es hier auch keine. Nicht nach österreichischen oder deutschen Recht.

    Ich sage nicht das die Problem irrelevant sind, aber manche sind einfach auch eine Frage der Freiheit. Nur weil Frauen hier zu wenige Kinder bekommen, und wir a bisserl ausdünnen, werden Frauen doch auch nicht zur Schwangerschaft befohlen.

    Schauen sie der niedrige Ölpreis hat in Saudi Arabien noch nicht dazu geführt das Frauen ein Auto lenken dürfen, sondern das sich Saudi Arabien im Ausland verschuldet. Auch weil die so viel Geld für Kriegsgerät ausgeben. Aber der postmodere Kapitalismus unterscheidet an sich kaum zwischen den Geschlechtern. Der ebnet die Unterschiede ein. Google brauch keine starken Männer mehr.

    Wissen sie das ist auch manchmal das schwierige mit Menschen. Die setzen sich gerne so weit ins Recht, dass dann für das Schicksal anderen Menschen nix mehr bleibt. Sie hätten ja auch ein freundliches Wort, vielleicht a bisserl von Empathie getragen, über meine Einschränkung sagen können. eh nicht zu viel ich bin eh ein harter Kerl. Aber sie weichen da lieber zu K. aus und sprechen von Frauen mit Depressionen allgemein oder das eine Manie eh a Hetz ist und bemerken gar nicht mehr die Unmenschlichkeit die in ihren Überzeugungen mitschwingt. Freilich man kann immer sagen. Nicht so ernst nehmen. Aber mich als Mensch lassen sie eher links liegen, weil ich rein zufällig ein Mann bin.

    So ich danke für die Unterhaltung. Und danke dass sie mich nicht mit Spott und Hohn überzogen haben. Aber jetzt passt dass schon. Weiterhin alles Gute.

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    da war jetzt viel zum verfolgen....glaube dass wenn alle nochmal alles in ruhe nachlesen würden wäre einiges klarer.... @schizophrenist: niemand hat sie einer vergewaltigung bezichtigt... oder sie irgendwie mit hohn behandelt...keine ahnung @aus-sicht-einer-frau: kinderehe würde bestimmt nicht anerkannt werdenwenn jemand aus dem ausland kommt,es gelten die gesetze von hier,auch wenn ein deutscher kindesmissbrauch im ausland begeht wird er hier bestraft!!!!

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    Mein Gott das steht doch nirgends was sie da behaupten.

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    Oh je. Was steht nirgends was ich behaupte? Ich glaube ich habe den Faden verloren.
    ;-D

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    Faden wieder gefunden. Dachte Sie meinen mich. Zu viel Internetz für eine alte Frau ;-) Gruss.

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    Ich würde gern nochmal einen Punkt von weiter oben aufgreifen. Es ist tatsächlich keine einfache Gratwanderung, von einer berechtigten Kritik mancher Begleiterscheinungen des Islams (und anderer fremder Kulturen und Weltanschauungen) nicht in kulturalistische Hetze à la "die sind nun mal alle so" zu verfallen. Auf der anderen Seite muss man aber auch sehen, dass manche tatsächlich bestehenden Probleme mit bestimmten Migrantengruppen - etwa die NAFRI-Problematik* im Rheinland - lange Zeit nicht im öffentlichen Diskurs verhandelt wurden aus Sorge, alleine das Ansprechen könnte schon Beifall von der falschen Seite generieren. Von daher hat es da wohl vielerorts Nachholbedarf gegeben, gerade auch nach der Kölner Silvesternacht.

    Ich bin mit dem Schizophrenisten soweit einer Meinung, dass wir bestimmte Erscheinungen abkönnen sollten, auch wenn sie uns nicht passen. Ich sehe zum Beispiel nicht, dass ein Burkaverbot den Frauen unterm Strich einen großen Freiheitszugewinn bringen würde.Mit einem gesetzlichen Verbot der Kinderehe hätte ich hingegen kein Problem, und ich verstehe auch nicht, warum der Justizminister da so rumeiert.

    *Nordafrikanische Intensivtäter

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    Ich sehe es aehnlich wie Mark. In den meisten Sachen stimme ich (Aus-Sicht-)Einer-Frau zu, aber wohin soll ein Burkaverbot fuehren? Ich denke dass es nicht viel bringen wuerde.

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    Liebe aus-sicht-einer-frau,
    ich finde hier manche Kommentare so unangemessen und schlicht gesagt dämlich, dass man die vielleicht einfach lieber unbeachtet lassen sollte. Als ich beispielsweise diesen Kommentar auf Ihren nachdenklichen Beitrag zu Kinderehen las: " Aber die Dame ist doch hübsch. also die würde ich auch in jungen Jahren ehelichen. Ich hatte in dem Alter nur Mädchen mit Zahnspange." war ich kurz am Überlegen, ob man dazu mal einen passenden Satz beisteuern solle, aber ich ließ es, weil der Kommentar einfach zu dämlich ist um darauf zu antworten. Ich bin sehr froh, auf Ihren Blog gestoßen zu sein, lassen Sie sich den Blog nicht durch unsachliche Kommentare kaputt machen, sondern ignorieren Sie die einfach. Unterschiedliche Meinungen sind wichtig, aber aus der Luft gegriffene Unterstellungen, noch dazu in einem Ton, der alles andere als dienlich für eine sachliche Diskussion sind, tragen nicht zu einer konstruktiven Auseinandersetzung bei.
    Habe im Moment keine Zeit für einen Kommentar auf Ihren Beitrag, weil ich schon auf dem Weg zur Arbeit bin, aber ich werde später ganz sicher etwas dazu schreiben, da nicht nur Sie sich fragen, warum von feministischer Seite so wenig Solidarität kommt.

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    Sehe ich ganz anders, @Behrens, ich fand die Kommentare vom Schizophrenisten unter diesem Beitrag hier sehr gut analysiert und begründet, mir ist dadurch klar geworden, was mein Unwohlsein beim Lesen verursacht. Nicht der Hinweis auf die Fakten an sich, dass die Welt kein perfekter Ort ist, wissen wir ja alle. Sondern das vermischen der verschiedensten Sachverhalte von A nach B über X und Ü, das meiner Meinung nach die sachliche Diskussion und konstruktive Auseinandersetzung, die Sie ja ansprechen, quasi unmöglich macht und nur noch einen Sturm an Meinung erzeugt.

    Mich stören allerdings auch fehlende Binnen-Is und Altherrenwitze.

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    Sicherlich werte Bloggerin Behrens. Das was ich sage und schreibe ist ja immer unangemessen und dämlich. Die aus sicht einer Frau hat in meinem Blog auch was Ironisches über die Burka geschrieben. Versuchen sie wenigstens den Anschein von Objektivität zu wahren. Man kann doch nicht bei jeden Satz dazu schreiben:Achtung Witz/Ironie/Schmäh!!!!. Das ist doch offensichtlich dass des eine Kritik an der Kinderehe war, halt um drei Ecken. Sie zerreißen da meine an sich recht sachliche Kritik einfach in der Luft, weil sie sich mit der Bloggerin Aus Sicht einer Frau solidarisieren und unterstellen mir das ich das Blog kaputt mache. Das stimmt in der Sache einfach nicht das ich das Blog kaputt schieße. Wenn einer abgeschossen wird dann doch eher ich, gerade von ihnen. Sie müssen das doch nicht machen, nur weil sie es können. Sie drängen mich da jetzt in ein Ecke aus dem ich kaum noch herauskomme. Ich weiß, sie werden jetzt keinen Schritt mehr zurücktreten und ihre Behauptung auch noch untermauern, aber sie müssen meine Welt doch nicht dunkler zeichnen als die wirklich ist. Falls ihnen das doch gelingen sollte mein aufrichtiger Dank.

    Ah Frau Hinkebein. Wenn sie so weiter machen Frau Hinkebein und sich mit mir solidarisieren, sind sie auch bald Schattenwelt. Sehen ist wie immer. Übrig bleibt von mir nur der Täter.

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    ich verstehe nicht wirklich,was hier kritisiert wird...die beiträge berichten v.a.alltägliches, die bloggerin schreibt über ihre erfahrungen-das ist der teil den ich mit interesse lese weil man davon wenig mitbekommt wenn man in einer kleinen und weitstgehend homogenen stadt lebt und einen bürojob hat....dann ist es auch leich zu sagen integration klappt prima....hetze sah ich auf jeden fall nicht...vielmehr eine gewisse frustration vielleicht,dass man gerne helfen würde aber weiß nicht wie weil man an die frauen nur schwer kommt...

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    Haben Sie denn mittlerweile in Ruhe nachgelesen? Es ist ja ziemlich genau erklärt.

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    Liebe Frau Annekerr,
    es würde helfen, wenn sie die Kommentare des Imperialisten ein bisschen sorgfältiger läsen! Wirklich! Etwas weiter oben haben Sie geschrieben "@schizophrenist: niemand hat sie einer vergewaltigung bezichtigt... oder sie irgendwie mit hohn behandelt...keine ahnung", worauf der Imperialist verständlicherweise mit einem schockierten Anruf unseres lieben HErren reagiert hat. Weil sie da echt schlampig gelesen haben, bzw etwas hineingelesen haben. Aber selber vorher: "...glaube dass wenn alle nochmal alles in ruhe nachlesen würden wäre einiges klarer...." Ist fast schon ein bisschen ironisch ;)

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    @mark793
    Die Frage des Burkaverbots ist eine sehr spannende. Auch wenn ich die Burka/Nikab (eine richtige Burka nach pakistanischer Art habe ich tatsächlich noch nie gesehen) für ein Instrument der Frauenunterdrückung halte und mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, dass jemand bei 40 Grad eine aus freien Stücken trägt, bin ich beim Thema Verbot zwiegespalten. Im Zweifel würde ich für das Verbot stimmen, in der Hoffnung, dass man dadurch Frauen eine Legitimation gibt, das eigene Gesicht zu zeigen - schließlich muss auch eine vollverschleierte Frau ab und zu das Haus verlassen, um Kinder abzuholen oder zum Arzt zu gehen. Vielleicht wären ihre Chancen, mit jemandem Kontakt aufzunehmen höher, wenn sie das Gesicht zeigt.

    Aber ich gebe Ihnen absolut Recht, dass es sich bei diesem Thema um eine sehr kleine Minderheit handelt. Ich glaube das Verbot wäre eher eine Verzweiflungstat, und hätte auch viel mit unserem eigenen Unbehagen zu tun - diese Beweggründe sollten eigentlich in einem freien demokratischen Land keine Rolle spielen.

    Ich glaube, dass wir zu häufig mit dem (Grund)gesetz argumentieren, was prinzipiell richtig ist, dabei wird aber gerne vergessen, dass nicht alles, was unser Leben schwerer oder weniger gerecht macht, automatisch strafbar ist (oder sein kann). Was wolten Feministinnen vor ein paar Dekaden verändern? Den gesellschaftlichen Druck, der auf die Frauen - auch von den anderen Frauen - ausgeübt wurde. Die Vorstellung, dass eine Frau, die einige Sexualpartner hatte, eine Schlampe ist; dass eine Alleinerziehende eine Schande für die Familie darstellt; dass ein Mädchen zwar Bildung bekommen soll, aber eher mit dem Ziel einer guten Heirat als einer Karriere; dass Frauen besser singen als rechnen usw. Alles Aspekte, die gesetzlich völlig irrelevant sind. Deswegen glaube ich, dass wir die kulturellen Einstellungen unserer Zuwanderer mit den Gesetzen nicht ändern können, sondern nur in dem wir sagen: das und das wird hier respektiert, und in diesen Aspekten muss man sich anpassen, und diesem Statement wird dann Ausdruck verliehen nicht durch Gesetze, sondern die Haltung der Mehrheitsgesellschaft. Na, das war jetzt ein bisschen Wunschdenken von mir :-)

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    Wenn man mit hinreichender Sicherheit davon ausgehen könnte, dass ein Burka-Verbot diesen gewünschten Effekt hätte, würde ich meine Bedenken sofort hintanstellen. Aber genausogut, wenn nicht noch wahrscheinlicher, könnte es darauf hinauslaufen, dass die betroffenen Frauen noch mehr zuhause eingebunkert werden, um sie den unzüchtigen Blicken möglichst wenig auszusetzen. Wir können da nur spekulieren.

    Ansonsten bin ich ganz Ihrer Meinung, dass mit Gesetzen nur der weitaus kleinere Teil der kulturellen Differenzen praktikabel zu regeln ist. Von dem verquasten Ehrbegriff wird sich die muslimische Parallelgesellschaft wohl nicht so schnell lösen können, aber da ist in der Tat die Mehrheitsgesellschaft gefragt, unmissverständlich Stellung zu beziehen und klarzumachen, was geht und wo Grenzen überschritten werden, die nicht verhandelbar sind. In dem Zusammenhäng fände ich es fatal, in Sachen Kinderehen aus falsch verstandener Toleranz nichts zu unternehmen.

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    Hallo Mark,

    Je mehr man sich mit der Thematik der Kinderehen beschäftigt, desto trauriger wird das ganze Bild. Die, die aus falsch verstandenen Toleranz schweigen, kann ich nicht verstehen. Aber die, die sich Sorgen um die Mädchen machen, die in die Obhut des Jugendamtes genommen werden, schon. Mit diesem Problem wurde ich früher in Deutschland selten konfrontiert, erst seit Herbst 2015 habe ich immer häufiger solche Patientinnen. Die, die ich sehe, sind meistens schon schwanger, und dann beginnt wirklich ein Drama. Eine der ersten, an die ich mich gut erinnere, war eine 15-jährige, die in meinem Dienst Zwillinge bekommen hat. Sie kam direkt vom Bahnhof in die Klinik. Ihr Mann war 25, und sie waren Iraker. Das Mädchen wurde mit 13 verheiratet, wurde mit 14 schwanger und dann beschlossen sie, nach Europa zu gehen. Mein Eindruck war, dass das Ehepaar sehr nett und warm miteinander umging. Das traurige ist, dass - egal wie man handelt - es für dieses Mädchen nicht gut sein wird (oder - für unsere westeuropäischen Maßstäbe - nicht gut genug). Wenn sie mit ihrem Mann bleibt, und man mischt sich überhaupt nicht ein, wird sie wahrscheinlich nie eine Bildung geniessen, und ich vermute, dass sie auch nie Deutsch lernen wird. Schließlich wird sie mit den Zwillingen genug zu tun haben, und schon in dem kurzen Krankenhausaufenthalt nach der Geburt stellte sich heraus, dass sie sofort Kontakt zu anderen Irakern gefunden haben, was einerseits hilft, aber andererseits das Bedürfnis in der neuen Heimat anzukommen sehr gering macht. Wenn man diese junge Mutter in die Obhut des Jugendamtes nimmt, was soll mit den Kindern passieren? Sollen alle drei in ein Frauenhaus, und der Kontakt mit dem Vater/Ehemann wird gerichtlich festgelegt? Das sind Fragen, mit denen wir noch nie in diesem Ausmaß konfrontiert waren, und es gibt leider wenig gute Antworten. So oder so, wird es ein Trauma geben. Das geringere Übel ist für mich die konsequente automatiche Inobhutnahme (so wie Justizminister in seinem "korrigierten", noch nicht geleakten Entwurf angekündigt hat). Das würde zumindest vor künftigen Eheschliessungen mit Minderjährigen schützen; aktuell kann ich mir gut vorstellen, dass ein anerkannter Asylbewerber in die Heimat fliegt, dort ein Kind heiratet und es im Rahmen des Familiennachzugs nach Deutschland holt.

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    Liebe Frau Behrens,
    Vielen Dank für die netten Worte, die mir heute früh Mut gemacht haben! Als frischgebackener, auch wenn nicht der jüngste, Blogger hat man natürlich ein großes Bedürfnis alles zu erklären... danke und viel Spaß auf der "sozialen" Front :-)

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    Ich erlaube mir, noch einen Link zum Thema nachzureichen.

    Ich habe mich bemüht zu verstehen, wovor genau eine Anerkennung einer solchen Kinderehe schützen soll. Nachdem das nicht weiter ausgeführt wurde, liest es sich für mich (leicht übertrieben gesagt) so: Für die betroffenen Mädchen ist die frühe Heirat doch eine gute Sache, denn die wenigsten Kinderbräute landen bei den Kannibalen im Kochtopf. Dann kann doch keiner was dagegen haben.

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    Hi Mark,
    interessanter Artikel, der definitiv mehr Fragen aufwirft als Antworten gibt!

    Ich kann die in den Medien häufig genannten Nachteile nachvollziehen, aber sie sind sehr vage; um welche Unterhaltsansprüche, Erbschaften usw. soll es gehen? Das alles dürfte sehr überschaubar sein. Das Argument, das das Mädchen von ihrer Familie/Community als "geschiedene" nicht mehr akzeptiert wird, macht mehr Sinn, aber trotzdem überwiegen aus meine Sicht die Vorteile. Und wenn es wirklich eine große Liebe sein sollte, dann kann die junge Frau mit 18 zu ihrem Ehemann zurück.

    Übrigens, vor ein paar Tagen wurde über eine Idee berichtet, Imame mit Bußgeld zu bestrafen, die Kinderehen schließen - das bedeutet, dass es in Deutschland auch möglich ist, eine Imam-Ehe mit einer minderjärigen einzugehen, sonst wäre dieser Vorschlag im neuen Gesetz überflüssig.

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    Ja, was ist los mit den Feministinnen? Gerade die Kommentare zu diesem Beitrag machen deutlich, was passiert, wenn man sich an das Thema Islam heranwagt. Der Vorwurf, dass „alles, was Sie schreiben einem bestimmten Zweck folgen würde, nämlich Stimmung gegen Gläubige zu machen, deren Recht es ist, ihre Religion hier frei auszuüben“ setzt sich über das hinweg, worum es Ihnen eigentlich geht: die Thematisierung von Zwangsverheiratung, Kinderehe und der fehlenden sexuellen Selbstbestimmung, unter der viele islamische Frauen leiden.

    Würden sich die von Ihnen thematisierenden Kritikpunkte quer durch die Gesellschaft verteilen, dann würde es schon längst eine viel stärkere Thematisierung von Seiten der Feministinnen geben. Aber da dies nicht der Fall ist, passiert eben genau das, was hier im Blog deutlich wird – es wird sofort ein Feldzug gegen Muslime und gegen jeden Andersdenkenden unterstellt.

    In der Tat sollte man sich in seiner Motivation und seinen Wertungen auch immer wieder hinterfragen, damit man nicht Gefahr läuft, seine Objektivität zu verlieren, aber es sollte nicht dazu führen, dass man sich aus Angst vor dem „Generalvorwurf“ von vorneherein vor jeglicher Konfrontation drückt.

    Probleme, bei denen Religion eine zentrale Rolle spielt, sind nur mit den wenigsten Menschen diskutierbar. Was mich dabei jedoch immer wieder von neuem erstaunt, ist der Umstand, dass ausgerechnet diejenigen, die nicht müde werden, Religiosität als dumm, gefährlich oder zumindest überflüssig anzuprangern, vehement jegliche Kritik am Islam sofort als fremdenfeindlich bezeichnen. Wenn dann noch der Begriff Rassismus fällt, platzt mir der Kragen, denn der Islam ist keine Rasse, sondern eine Glaubensrichtung – eigentlich ist es schon fast lächerlich, dass man darauf extra hinweisen muss.

    Die Frage danach, in wieweit eine Religion „gut oder schlecht“ ist, wird niemanden weiterbringen. Eine wichtige Frage ist jedoch, wie eine Religion mit Kritik und mit Andersdenkenden umgeht. Im Mittelalter gab es im Christentum noch den Begriff der „Gotteslästerung“ oder der Häresie und beides wurde mit strengen Strafen geahndet. Nichtchristen wurden als Ungläubige bezeichnet, die entweder missioniert werden müssen oder aber kein Existenzrecht mehr haben. Das große Verdienst der Aufklärung ist, dass diese schrecklichen Zeiten überwunden wurden. Es gibt immer noch sehr viele Dinge, die bei weitem nicht so sind, wie sie sein sollten und die nicht hinnehmbar sind. Der Unterschied zum Islam ist jedoch, dass man dies in unserer Gesellschaft offen sagen darf und sich für Reformen und Veränderungen einsetzen kann, ohne dabei sein Leben zu riskieren. Obwohl in der Bibel von Paulus gesagt wurde „Die Frau soll schweigen in der Gemeinde“ gibt es mittlerweile jede Menge von Pastorinnen und seit einiger Zeit sogar Bischöfinnen, die alles andere als schweigsam ist. Man hat also die Freiheit, von bestimmten biblischen Aussagen abzusehen ohne damit vor sich selbst oder vor anderen seinen Glauben in Zweifel ziehen zu müssen. Beim Islam sieht dies jedoch etwas anders aus. Die von Ihnen zitierten türkischen Journalistinnen/Schriftstellerinnen haben, soweit ich weiß, alle schon massive Bedrohungen und Beschimpfungen erhalten. Und das Gleiche passiert in fast allen muslimischen Staaten, wenn es um Kritik am Islam geht.

    Da ich mich sehr viel mit dem Islam beschäftige, kenne ich auch die Position, die dieses Handeln rechtfertigt. Im Wesentlichen beinhaltet sie, dass das Zusammenleben einer festen Ordnung und Tradition bedarf, damit die Welt nicht im Chaos versinkt. Betont wird bei dieser Position auch, dass der Islam mit seinen Geboten versucht, jedem Mensch sowohl Pflichten als auch Rechte zuzuweisen. Letzteres will ich hier weder werten noch kommentieren, ich möchte lediglich darauf hinweisen, dass dies der Punkt ist, an dem man in Diskussionen kaum weiterkommt, denn im abendländischen Denken geht man davon aus, dass dies nur unter Gewährung der Freiheit und der Gleichheit des Individuums möglich ist.

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    Warum in die Ferne schweifen ...
    (im übertragenen Sinne gemeint), denn in Europa sind Frauen auch noch längst nicht gleichberechtigt. Und viele Männer haben eine verächtliche Haltung Frauen gegenüber. Was ich da so in Griechenland beobachtet habe ... auch in westlichen Ländern gibt es immer noch eine Menge Gewalt gegenüber Frauen.

    Wenn es bei uns nicht gewisse Gesetze gäbe, würden Männer die Frauen ganz anders behandeln. Das muss tief in den Männern verankert sein. Ist das Angst?

    Selbst in Dänemark wird man oft als Frau schlechter behandelt als ein Mann. Handwerker und Servicepersonal z. B. nehmen sich oft Unverschämtheiten heraus, die sie sich einem Mann gegenüber nicht erlauben würden.

    Die Angelegenheiten Kinderehen, Zwangsehen und Mehrfachehen, die ja vorher nicht so drängend waren in unseren Breiten, müssen gesetzlich geregelt und diese Gesetze dann auch durchgeführt werden. Und das ohne notdürftige Lappendichtungen wie die Altersgrenze von Ehen mit Ausländern, die den Bürgern eines Landes ihr im Grundgesetz verankertes Recht absprechen.

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    Niemand würde ernsthaft bestreiten, dass es Gewalttätigkeit auch unter deutschen Männern gibt. Aber durch meine Arbeit als Sozialarbeiterin und durch meinen Wohnort mit großen Migrantenanteil erlebe ich, dass das Ausmaß nicht das gleiche ist wie in Migrationsfamilien. Unter den vielen Mädchen, die sich vor Gewaltreaktionen ihrer Brüder oder Väter fürchten, weil sie heimlich einen Freund haben oder keine Jungfrau mehr sind, habe ich noch nie ein Mädchen getroffen, deren Familie aus Deutschland kommt. Und ich kenne auch keine deutschen Familien, die ihre Töchter nur unter Bewachung rauslassen und jeglichen Kontakt zum anderen Geschlecht verbieten. Allerdings muss es sich dabei auch nicht zwangsläufig um Muslime handeln, ich hatte früher eine junge serbische, orthodox-gläubige Kollegin, die mir erzählte, dass sie sich oft in den Schlaf weinte, weil ihr Vater ihr androhte, sie totzuschlagen, wenn sie einen Freund hätte. Obwohl sie eine qualifiziere Ausbildung machte (Jurastudium) hat sie sich auch im Alter von Mitte zwanzig nicht getraut, sich mit ihrem Freund öffentlich zu zeigen. Und da Sie Griechenland erwähnen – ich selbst habe dort am eigenen Leibe eine ziemliche heftige Bedrohungssituation erlebt und außerdem so viel Hass gegen selbstbestimmte Frauen mitbekommen, dass mir irgendwann die Lust verging, in dieses von mir einst sehr geliebte Land zu reisen.

    Ich habe mein einjähriges Zwischenpraktikum im Frauenhaus absolviert. Selbstverständlich waren dort auch jede Menge Frauen, die von ihren deutschen Partnern misshandelt wurden. Der Anteil der nichtdeutschen war jedoch proportional eindeutig höher. Ist das wirklich so verwunderlich, wenn von vielen eine Moral gelebt wird, die es eindeutig erlaubt, eine Frau zu schlagen, die sich widersetzt??

    Ich selbst habe noch eine Kindheit mit sehr viel Gewalt erlebt, meine ältere Schwester sogar noch viel heftiger. Aber wir haben uns dagegen gewehrt und es war auch möglich, sich zu wehren, weil es keinen Clan von männlichen Verwandten gab, der unser Leben bedrohte. Und weil es möglich war, sich zu wehren, hat sich mittlerweile doch so manches verändert. Es gibt Frauen- und Mädchenhäuser, es gibt das Gesetz, dass der gewalttätige Mann die Wohnung verlassen muss und nicht wie früher die misshandelte Frau. Frauen und Mädchen haben das Gewaltproblem öffentlich gemacht. Das war übrigens ein hartes Stück Arbeit. Und diese Arbeit sehe ich jetzt langsam dahinschwinden.

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    Ich kann mich hier Ihnen, Frau Behrens, nur anschließen. Ich war selbst noch vor 10-15 Jahren geneigt, alles mit unserer Lebensweise und unseren "Eigenartigkeiten" zu vergleichen, z.B. im Jungfrauenwahn (das muss man wirklich so nennen) sah ich eine etwas abgewandelte Form von der Vorstellung einer ehrenhaften Frau, die es noch vor einigen Dekaden auch in Deutschland gab. So nach dem Motto: Bei uns standen früher auch Jungfrauen höher im Kurs als gefallene Mädchen. Heute halte ich es für eine sehr gefährliche Verharmlosung.

    Das Ausmaß der Gewalt und der Freiheitseinschränkung, das Mädchen/Frauen aus bestimmten Gruppen erleben, ist für eine Westeuropäerin schwer vorstellbar, besonders wenn sie beruflich keine Berührungspunkte damit hat. Auch ich kann manchmal nicht nachvollziehen, wie meine auf den ersten Blick modernen, emanzipierten Patientinnen handeln, wenn es um das Thema Jungs/Sex geht. Sie versuchen ein Spagat hinzubekommen zwischen einem selbstbestimmten Leben (in dem ein Freund und die Pille vorkommen) und der Welt ihrer Community. Viele scheitern daran, weil sie einerseits ihre geliebte Familie nicht enttäuschen, andererseits auf die Freiheit nicht mehr verzichten wollen. Auch wenn sie gegen den Widerstand der Familie ausziehen, leiden sie meistens sehr unter der Trennung, und - so zumindest meine Erfahrung - kehren auch deswegen nicht selten zur Familie zurück, auch wenn sie geflüchtet sind. Und es gibt Studien, die gezeigt haben, dass muslimische Mädchen deutlich stärker von Suizid gefährdet sind als Deutsche oder Migrantinnen aus anderen Kulturkreisen. Mädchen sind meistens offener und integrieren sich besser, am Ende sind sie aber diejenigen, von denen das Einhalten archaischer Traditionen gefordert wird.

    Was mich immer wieder erschreckt ist auch die Stringenz der lokalen Kontrolle - es reicht manchmal nur der Verdacht, dass das Mädchen einen Freund hat, damit sie sofort zu Hause eingesperrt wird und nur mit der Mutter/Cousine das Haus verlassen kann. Und das betrifft auch Mädchen, die Abitur machen und studieren. Es kann der zweite Cousin des Onkels des Nachbarn sein, aber die Nachricht wird die Eltern/Brüder irgendwie schon erreichen. In dieser Hinsicht ist mancher Stadtteil ein Dorf. Mich hat die Geschichte der ermordeten Shilan sehr bewegt, hier nachzulesen: http://www.zeit.de/2016/40/ehrenmord-jesidin-hochzeit-religion-modernes-denken/ Der Ausgangspunkt für den Ehrenmord waren u.a. Bilder im Internet, auf denen ihr Gesicht auf einen nackten Körper geklebt wurde usw.

    Mit orthodoxen Frauen hatte ich wenig zu tun, wer mir aber auch leider immer wieder wegen Gewalterfahrungen und wenig Freiheit auffällt, sind Mädchen aus den Roma-Familien. Ich glaube, da kommt man noch viel schwieriger dran, weil sie sich zum Teil komplett der Schulpflicht entziehen, und somit gibt es nicht mal diese Basis. Auf den ersten Blick würde man davon ausgehen, dass Frauen dort viel Freiheit geniessen, aber auch hier gibt es eine sehr strenge familiäre Kontrolle. Die Mädchen werden sehr früh verheiratet (12-13 J) und bekommen häufig mit 14-15 J schon ein Kind.

    Ich gebe Ihnen, Frau Behrens, Recht, dass die von den Frauen erkämpften Freiheiten immer mehr in Frage gestellt und relativiert werden. Alleine der Gedanke, dass es in Deutschland im Jahr 2016 Mädchen gibt, die HIERZULANDE beschnitten werden, und junge Frauen, die in ihrer Hochzeitsnacht die Demütigung der Lakendemonstration über sich ergehen lassen müssen, macht mich wütend.

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